Mögliche Ursachen, warum deine Hände einschlafen

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Taubheitsgefühle oder ein starkes Kribbeln in den Händen und Armen ist nicht nur lästig und störend, sondern unter Umständen kann auch etwas ernsthaftes dahinter stecken. Aber warum schlafen uns die Hände überhaupt ein?

Ein Einschlafen der Hände hat zumeist harmlose Ursachen. Insofern Du ein ungünstige Liege- oder Sitzposition über einen längeren Zeitraum einnimmst, können die Nervenbahnen eingeklemmt werden. Du nimmst dies dann als Taubheitsgefühle und einem starken Kribbeln in den Händen wahr. Aber auch monotone, sich ständig wiederholende Bewegungen im Alltag, wie etwa bei Computer-Arbeiten, können das Auftreten der Beschwerden ebenfalls bedingen. Weitere mögliche Ursachen sind:

1 Eine gestörte Nervenleitung

Der mit Abstand häufigste Auslöser für eingeschlafene Hände ist meist ein eingeklemmter Nerv. Auch eine unzureichende oder gestörte Versorgung des Nerves mit Nährstoffen und Sauerstoff, etwa durch ungünstige Sitz- und Liegepositionen, kann dazu führen, dass der Nerv in seinen Fähigkeiten gestört wird, wichtige Informationen weiterzuleiten.
Die sensiblen Fasern des leidenden Nerves senden an das Gehirn Signale und genau das ist das lästige Kribbeln, was Du spürst. Im Grunde dient es Dir als Hinweis darauf, dass Du den Nerv so schnell wie möglich aus der ungünstigen Position befreien solltest. Meist genügt es dann, die die Körperlage abzuändern, denn so nimmst Du den Druck von der betroffenen Stelle. Wenn dies nicht geschieht, sind allmählich auftretende Taubheitsgefühle die wahrscheinlichste Folge. Wenn der Druck rechtzeitig wieder verschwindet, musst Du keine bleibenden Schäden befürchten. Zwar kann das Kribbeln einen Moment lang andauern, es vergeht dann aber einfach wieder von alleine.

2 Ein Bandscheibenvorfall

Für die eingeschlafenen Hände und das nervige Kribbeln kann auf einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule hindeuten. Unsere Bandscheibe ist ein faserknorpeliges Gewebe mit einem gallertartigen Kern, was sich zwischen der Halswirbelsäule und den Knochen befindet. Durch altersbedingten Verschleiß können diese Puffer ihre Flexibilität verlieren und früher oder später reißen. Geschieht das beispielsweise, wenn Du plötzlich Deinen Kopf drehst, kann der Bandscheibenkern austreten und drückt somit auf die umliegenden Nerven im Rückenmark. Dies kann unter Umständen zu ähnlichen Symptomen führen, die auch ein eingeklemmter Nerv mitbringt. In der Regel sind plötzlich einschießende, starke Schmerzen die Folge, die allerdings deutlich intensiver wahrgenommen werden, als die eines eingeklemmten Nerves.

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3 Ein Karpaltunnelsyndrom

Als Auslöser für Deine eingeschlafenen Hände kommt weiterhin das Karpaltunnelsyndrom in Betracht. Bei diesem Krankheitsbild wird der Nervus medianus, der sich im Handgelenk befindet, im Karpaltunnel eingeklemmt. Dementsprechend handelt es sich ebenfalls um eine Verengung der Nervenbahnen. Die Nervenbahnen werden im Verlauf des Krankheitsbildes zunehmend geschädigt, wodurch die Muskulatur zu schwinden beginnt und Dir ein kraftvolles Zupacken zunehmend schwerer fällt. Sind die Nervenfasern enorm stark geschädigt, können die Schmerzen im weiteren Verlauf des Karpaltunnelsyndroms durchaus auch wieder nachlassen.

4 Eine Polyneuropathien

Ursache für solche Empfindungsstörungen können zudem Polyneuropathien sein. Dabei handelt es sich um Entzündungen der Nerven, die in heftiger Ausprägung zu schmerzhaften Geschwüren führen. Im Extremfall ist dann sogar eine Amputation notwendig. Hierbei zeigt sich in der Regel nicht nur ein Kribbeln in Deinen Händen, sondern Du nimmst auch zunehmend ein starkes Brennen wahr. Darüber hinaus kannst Du Reize wie kalt oder heiß kaum noch wahrnehmen.

Für Polyneuropathien sind den Medizinern mehr als 600 verschiedene Auslöser bekannt, wie bakterielle oder virale Infektionen, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Schadstoff und Umweltgifte oder auch Mittel gegen rheumatische Erkrankungen. Es ist außerdem bekannt, dass auch Diabetes oder Hashimoto-Thyreoiditis (eine Schilddrüsenerkrankung)dazu führen können.

Einige Auslöser für eingeschlafene Hände, wie etwa die Neurapraxie, kommen in der Regel auch komplett ohne eine therapeutische Maßnahme aus. Bei anderen Ursachen kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass diese in ein chronisches Stadium übergehen und im schlimmsten Fall einen operativen Eingriff nötig machen.
Bei Krankheitsbildern wie dem Karpaltunnelsyndrom wird der Arm meist zunächst mithilfe einer Schiene ruhig gestellt. Begleitend können unter Umständen noch entzündungshemmende Medikamente verordnet werden. Insofern die Beschwerden weiter zunehmen, kann ein chirurgischer Eingriff eventuell die letzte Option sein.

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