Blutschwämme: Sind die roten Punkte auf der Haut gefährlich?

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Unser Körper verändert sich im Laufe des Lebens, deshalb können zum Beispiel irgendwann rote Punkte auftauchen. Sie bilden sich zwar meist erst ab dem 40. Lebensjahr, doch auch ein früherer Zeitpunkt kann nicht ausgeschlossen werden. Wesentlich wichtiger ist aber die Frage, ob diese gefährlich sind und warum es überhaupt dazu kommt?

Einer brasilianischen Studie zufolge sind rund 75 Prozent aller 70-Jährigen (und natürlich darüber hinaus) betroffen. Sie bevorzugen außerdem helle Hauttypen und können sich mit dem Alter vermehren. Erfahrungsgemäß treten die roten Punkte vor allem in den Bereichen Hals, Brust und Rücken auf, ihre tiefrote Farbe ist deutlich sichtbar. Schmerzen sind im Regelfall nicht festzustellen, sie sind demnach ausschließlich fürs Auge zu sehen.

Die Ursache für die auch als „Schwämmchen“ bezeichneten Punkte ist bislang unerforscht. Man weiß zwar über dessen Erscheinungsbild bescheid (dazu im nächsten Absatz mehr), doch für die Entstehung gibt es keine Erklärung. Völlig tappt man aber nicht im Dunkeln, denn genetische Ursachen sind im Moment die Hauptverdächtigen. Leider führt diese Tatsache aber auch dazu, dass man keinerlei Vorbeugungen treffen kann. Die familiäre Veranlagung ist derzeit das einzige Indiz, ob man die roten Punkte bekommt oder nicht.

Zu Beginn gibt es erst einmal eine gute Nachricht: In der Regel sind die Punkte auf den gesundheitlichen Aspekt bezogen völlig harmlos. Die Fachsprache spricht von einem tarviden beziehungsweise senilen Hämangiom, darf aber nicht direkt mit dem Wort verglichen werden. Hämangiome stellen nämlich grundsätzlich kleine, gutartige Tumore dar. Sie treten häufig im Kindesalter auf, verschwinden jedoch meist wieder von ganz alleine. Ist sich ein Elternteil in so einer Situation unsicher, dann ist der Gang zum Arzt immer eine Empfehlung.

Ein tardives (bedeutet so viel wie „verspätetes“) Hämangiom ist jedoch kein Tumor. Stattdessen handelt es sich um Flecken/Punkte, die aufgrund zu schnell wachsender Blutgefäße entstehen. Sie sind aus diesem Grund erweitert und nehmen mehr Blut auf beziehungsweise füllen sich. Von außen betrachtet scheinen sie sich direkt auf der Haut zu befinden, doch in Wahrheit sind die unteren Hautschichten ihr zu Hause.

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Die medizinische Sicht ist eindeutig: Die roten Punkte stellen im Normalfall keine Gefahr dar, somit ist auch keine Behandlung notwendig.

Leider sind nicht alle Punkte dieser Form harmlos. Während ein tardives Hämangiom keine Probleme macht, sieht es zum Beispiel bei schnell auftretenden Punkten anders aus. Sie können aufgrund einer Lebererkrankung erscheinen. Oftmals kommt aber auch eine fatale Verwechslung vor, sodass es statt einem tarviden Hämangiom eine bösartige Wucherung (beispielsweise Hautkrebs) ist.

Da sich solche Erkrankungen aber meist in irgendeiner Form bemerkbar machen, gilt es bei Veränderungen sofort einen Arzt aufzusuchen. Genauer gesagt ist unter anderem eine großflächige und plötzliche Bildung von Pünktchen ein solches Indiz. Weiter geht es damit, wenn die Punkte Schmerzen verursachen oder sich entzünden. Warnsignale sind auch Farbveränderungen und wenn es zu einem sichtbaren Wachstum der Flecken kommt.

Bei all solchen Beobachtungen sollte man nicht lange warten und zum Spezialisten gehen. Im besten Fall ist es ein Fehlalarm, im Ernstfall wiederum kann man dank der frühen Erkennung auf bestmögliche Aussichten hoffen.

Eigentlich ist eine Behandlung aufgrund der ungefährlichen Diagnose unnötig, doch in der Praxis spielt auch das Erscheinungsbild eine Rolle. Vielen sind die Flecken ein Dorn im Auge, sie schämen sich dafür. Es geht sogar so weit, dass manche dadurch nicht zum Strand gehen oder keine kurze Kleidung tragen. Da die roten Punkte nicht von alleine verschwinden, kann man mit unterschiedlichen Methoden nachhelfen. Ein Besuch beim Facharzt bringt nicht nur Antworten auf Fragen, sondern er wird auch die verschiedenen Möglichkeiten vorschlagen. Darin enthalten ist die Laserbehandlung, die Elektrodesikkation (das Gewebe wird mithilfe hoher Stromfrequenzen zerstört), die Kältetherapie und die operative Entfernung. Letzteres kommt in erster Linie bei größeren Flächen zum Einsatz.

Die Anwendung einer solchen Behandlung sollte genau überlegt sein. Einerseits ist das Ganze nicht billig (Krankenkassen zahlen nicht automatisch), und andererseits können unter Umständen neue kosmetische Probleme entstehen.

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