Weniger Schwitzen: Ursachen und Tipps um weniger zu schwitzen

Wir alle Schwitzen unter den Achseln, im Sommer mehr, im Winter mal weniger. Dieses Problem betrifft Frauen wie Männer. Allerdings haben Frauen einen weiteren Problembereich, bei dem Schwitzen nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitlich bedenklich sein kann: unter und zwischen den Brüsten. Dieses Problem betrifft vor allem Frauen mit größeren Brüsten. Doch warum schwitzen hier viele Frauen und warum ist das Schwitzen im Brustbereich nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich? Und was kannst du dagegen machen, falls du selbst regelmäßig unter unangenehmen Schweißstellen im Brustbereich leidest?

Schwitzen zwischen und unter den Brüsten: warum eigentlich? 

Die Frage nach dem „Warum“ liegt einerseits auf der Hand. So bilden sich vor allem bei Frauen mit größerer Oberweite Hautfalten, die ein Schwitzen begünstigen. Zudem sind die Busen über die meiste Zeit des Tages von zwei Schichten bedeckt: dem BH und dem Oberteil. Als Folge staut sich hier häufig Hitze.

Es gibt aber noch einen weiteren Faktor, der dafür sorgt, dass ein schwüler Sommertag schon einmal zur Tortur werden kann. So besitzt du im Brustbereich zwischen 150 und 200 Schweißdrüsen pro cm².

Damit befinden sich in deinem Brustbereich durchschnittlich mehr Schweißdrüsen als im Achselbereich. Hier finden sind bei den meisten Menschen nicht mehr als 160 Schweißdrüsen auf gleicher Fläche. Überboten wird der Brustbereich lediglich durch die Handinnenflächen und Fußsohlen, die aber nicht das Problem haben, dass Hautfalten oder Kleidung für einen Hitzestau sorgen.

Schwitzen im Brustbereich: bisweilen auch gefährlich 

Es ist demnach nicht verwunderlich, dass viele Frauen mit diesem Problem kämpfen. Relativ häufig stellen sich dann aber auch noch weitere Probleme ein.

Das ist auch kein Wunder. Schließlich wird die Haut, die ohnehin schon unter ständiger Reibung steht, durch den Schweiß noch weiter gereizt. Das Ergebnis sind Hautirritationen, die auch schmerzhaft oder gesundheitlich bedenklich sein können.

Doch es können sich auch weitere Probleme einstellen. So finden Bakterien und Pilze hier ein feuchtes und warmes Milieu vor, in dem sich ideal ausgebreitet werden kann. Ähnliches gilt für die Schuppenflechte, die sich ebenso einstellen kann. Bemerkbar machen sich derartige Infektionen nicht nur durch die rötliche und oft schmerzhafte Verfärbung der Haut. Stattdessen erkennst du diese manchmal auch anhand des unangenehmen Geruchs, der sich auch nach dem Duschen schnell wieder einstellt.

Schwitzen im Brustbereich: Das hilft wirklich 

Falls du also regelmäßig im Brustbereich schwitzt, ist es an der Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.

Richtig Duschen 

Der Kampf gegen den Schweiß beginnt dabei bereits beim Duschen. So ist es hier ratsam, entgegen dem ersten Impuls den Bereich nicht übermäßig mit Duschgel zu reinigen, sondern lediglich auf eine milde Seife oder Waschgel zu vertrauen. Hierdurch stellst du sicher, dass die Haut nicht noch weiter unnötig gereizt wird. Eine gereizte Haut bietet einen idealen Nährboden für Pilze und Bakterien, die sich in diesem Bereich dann schnell vermehren und durch die Haut in den Körper eindringen können. Nach dem Duschen solltest du den Brustbereich vollständig trocknen. Wenn bei dir in der Vergangenheit schon einmal Pilze oder Viren nachgewiesen wurden, kann es sich zudem lohnen, das Handtuch sehr regelmäßig zu wechseln und alte Handtücher heiß zu waschen, um mögliche Bakterien abzutöten. Schließlich fühlen sich Pilze und Viren nicht nur im warmen Brustbereich, sondern auch auf feuchten Handtüchern im Bad wohl und können hier überleben.

Der richtige BH 

Nach dem Duschen drängen sich schon die nächsten Fragen auf: Welchen BH solltest du tragen? Und mindestens ebenso wichtig: Wie kann ich meine Haut richtig schützen?

Bezüglich des BHs solltest du dich für ein Modell entscheiden, dessen Träger nicht für zusätzliche Irritationen sorgen und dessen Körbchen für einen guten Abtransport des Schweißes sorgen. Diese beiden Kriterien werden häufig durch Sport BHs erfüllt. Klassische Modelle aus Polyester machen das Problem hingegen schlimmer, weshalb du darauf achten solltest, dass dein BH aus Baumwolle besteht. Falls das nicht ausreicht, gibt es noch weitere Systeme, mit denen du den Schweiß reduzierst. Bei diesen handelt es sich um BH-Einlage, welche Irritationen verringern und den Tragekomfort erhöhen können.

Solche Systeme werden einfach unter den eigenen BH geschoben und sorgen dann dafür, dass der Druck auf deinen Busen gleichmäßiger verteilt und der Schweiß aufgesogen wird, statt dauerhaft auf der Haut zu verbleiben. Falls du dich für eine Einlage entscheidest, solltest du hier ebenso die passende Größe wählen, damit es nicht zu zusätzlicher Reibung kommt. Verzichten solltest du hingegen auf BH-Einlagen. Diese sind in der Regel nicht atmungsaktiv und bestehen aus synthetischen Stoffen, was die Schweißbildung begünstigt.

Deos – Nicht nur für die Achseln geeignet 

Ein weiterer wichtiger Schritt im Kampf gegen den Schweiß ist das Auftragen eines Deos. Du solltest es dir also angewöhnen, nach dem Duschen nicht nur den Achselbereich, sondern auch die Stellen unter und zwischen den Brüsten mit Deo zu besprühen. Ebenso interessant wie kontrovers sind in diesem Zusammenhang Deos mit Aluminiumsalzen. So bieten diese dir den Vorteil, dass die Schweißbildung gehemmt wird. Möglicher Schweiß wird also nicht nur überdeckt, sondern tritt gleich weniger auf. Allerdings stehen Deos mit Aluminiumsalzen in Verdacht, dass sie krebsauslösend sein könnten. Erstmalig kam dieser im Jahre 2001 auf, als Forscher feststellten, dass sich Krebs im Gegensatz zur Umgebung auffällig häufig im Achselbereich bildet.

2007 gelang dann der nächste Durchbruch und es konnte nachgewiesen werden, dass Tumore in dieser Region Spuren des Aluminiums enthielten, das im Deo zu finden ist. Seitdem wurden zahlreiche Studien zu diesem Zusammenhang angefertigt. Am Aussagekräftigsten sind dabei wohl derzeitige Studien aus Innsbruck. Diese legen den Verdacht nahe, dass der Einsatz von Deodorants mit Aluminium die Entstehung von Brustkrebs begünstigen kann. Aus diesem Grund solltest du nach Möglichkeit darauf verzichten, täglich Deos mit Aluminium im Brustbereich aufzutragen. Es spricht aber wohl nichts dagegen, gelegentlich auf ein solches Deo zurückzugreifen, etwa wenn du beim Fortgehen die Schweißbildung reduzieren willst.

Wenn sich bei dir also viel Schweiß bildet und du auf Deodorants mit Aluminium aus genannten Gründen verzichten willst, gibt es eine günstige Alternative. Hierbei handelt es sich um Babypuder, welches nach dem Duschen auf die getrocknete Haut aufgetragen wird. Das im Babypuder enthaltene Zink hemmt die Schweißproduktion und wirkt gleichzeitig noch schützend für die Haut, indem es die Reibung reduziert.

Weitere Ursachen für Schwitzen und Hautausschläge 

Manchmal helfen aber selbst all diese Tipps nichts und es kommt dennoch zu Hautausschlägen und weiteren Problem. Die folgenden Tipps helfen dir dabei, das Problem genauer zu analysieren und etwas dagegen zu unternehmen. Als Auslöser für hartnäckige Entzündungen kommen zunächst einmal Allergien in Frage. Pilze und Bakterien finden im feuchten Brustbereich einen angenehmen Rückzugsort und vermehren sich hier. Sobald du aufgrund einer Allergie nun auch noch empfindlich gegen diese reagierst, stellen sich schnell drastische Hautreaktionen ein.

Weitere Erkrankungen, die im Zusammenhang mit dem genannten Problem stehen, wären die Schuppenflechte und Gürtelrose. Im Falle der Schuppenflechte handelt es sich um eine systemische Erkrankung. Dies heißt, dass das gesamte Immunsystem betroffen ist. Wenn sich bei dir die Hautirritationen lediglich im Brustbereich äußern, ist es unwahrscheinlich, dass eine Schuppenflechte die Ursache ist. Anders sieht es hier bei der Gürtelrose aus. Diese kann sehr wohl nur bei den Brüsten auftreten. Jedoch müsstest du hierfür irgendwann in deinem Leben einmal die Windpocken gehabt haben. Ist dies nicht der Fall, kann auch eine Gürtelrose sicher ausgeschlossen werden.

Behandlung und Therapie bei Erkrankungen 

Sobald du den Verdacht hast, dass es sich nicht nur um eine einfache Hautirritation handelt, sondern eine weitere Ursache vorliegt, ist der Hautarzt die nächste Anlaufstelle. Dieser kann etwa abklären, ob eine Pilzinfektion vorliegt und wie diese behandelt werden kann. Für jede der genannten Erkrankungen existieren verschiedene Möglichkeiten der gezielten Behandlung. So helfen etwa Cremes mit Antimykotikum gezielt gegen Pilze und Cremes mit Cignolin gegen das Auftreten der Schuppenflechte. Hier kannst du den auf den behandelnden Arzt verlassen und musst die Cremes lediglich wie angeraten auftragen.

Zudem ist es in einem solchen Fall auch besonders wichtig, dass du dafür sorgst, dass der Bereich möglichst trocken und sauber bleibt. Im schlimmsten Fall kann das heißen, dass du an heißen Sommertagen den BH im Tagesverlauf wechselst und die bereits genannten Tipps gezielt im Alltag umsetzt.

Sonderfall Schwitzen während der Schwangerschaft 

Deine Schweißbildung wird nicht nur durch die Außentemperaturen beeinflusst. Stattdessen spielen auch die körpereigenen Hormone eine wichtige Rolle bei der Schweißregulation. Diese gerät insbesondere während der Schwangerschaft aus dem Gleichgewicht, was dafür sorgt, dass manche Frauen zu einer besonders starken Schweißbildung neigen. Begünstigt wird dieses Problem durch die häufige Vergrößerung der Brüste während dieser Zeit.

In Extremfällen: Die Entfernung der Schweißdrüsen 

Sobald du dauerhaft sehr stark schwitzt und nicht mehr weißt, was du noch machen kannst, lohnt sich der Besuch beim Dermatologen. Hier kann dann abgeklärt werden, ob du eventuell unter einer Hyperhidrose leidest. Menschen mit einer Hyperhidrose leiden unter einer extrem starken und dauerhaften Schweißbildung. Behandelt werden kann diese durch eine Entfernung der Schweißdrüsen. Im Falle einer Hyperhidrose kommt es aber auch zu einer starken Schweißbildung im Achsel- und Handbereich, was für Betroffene häufig das noch größere Problem darstellt.

Insgesamt ist das Schwitzen im Brustbereich also ein bekanntes Problem, mit dem du nicht alleine bist. Allerdings kann der Schweiß nicht nur störend wirken, sondern auch zum gesundheitlichen Problem werden. Mit den genannten Tipps sollte es aber kein Problem mehr für dich sein, den Schweiß gezielt zu bekämpfen, um auch in Zukunft selbstbewusst auftreten und dich in deiner Haut wohlfühlen zu können.